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Drei Fragen an Jochen Cornelius-Bundschuh

Quelle: Rolf Pfeffer, ZfK

Drei Fragen an Jochen Cornelius-Bundschuh, der im Juni 2014 die Nachfolge von Landesbischof Ulrich Fischer antreten wird. Auszug aus einem Interview des Evangelischen Rundfunkdienstes Baden (ERB).

Was ist Ihre erste Reaktion auf Ihre Wahl zum Landesbischof?

Erleichterung. Und ich bin gerührt von diesem guten Ergebnis. Dass ich am Ende 61 von 70 Stimmen bekam, finde ich eine große Gabe, Stärkung und Förderung, um dann nächsten Juni damit getrost anzufangen.


Sie hatten nie vor, Landesbischof zu werden. Das ist Ihnen zugefallen. Sie hatten jetzt aber ein paar Monate Zeit, sich darauf einzustellen. Was ist in diesen paar Monaten mit Ihnen passiert?

Ich bin etwas realistischer geworden, was die konkreten Arbeitsvollzüge und die Arbeit der verschiedenen Gremien angeht. Mir ist noch deutlicher geworden, dass der Landesbischof die leitende Person ist, während das andere Gremien sind. Von daher ist mir deutlicher geworden, dass ich auch als Person dafür stehen und als Person weiter erkennbar sein muss. Es ist eine Frage an mich als Person, als Geistlichem und auch als Pfarrer, als der ich mich auch ganz wesentlich verstehe und als der ich dann in diesen Gremien auch moderiere. Ich glaube, im Wesentlichen geht es darum, eine Kultur des Zutrauens zu stärken und den verschiedenen Gremien zu sagen: Seht doch, wie wertvoll ihr füreinander seid. Die Beschränkung, die darin liegt, nicht derjenige zu sein, der streng von oben nach unten regiert, hat etwas zutiefst Theologisches. Es zeigt die Selbstbegrenzung, die ein Mensch einfach hat.

 

Haben Sie als Theologiestudent vielleicht einmal gesagt – wenn ich Bischof wäre, dann würde ich Folgendes ändern…?

Ehrlich gesagt habe ich daran nie gedacht, weil ich eigentlich jemand bin, der schon im Studium sehr stark auf den Teamgedanken gesetzt hat. Und der Bischof ist ja plötzlich eine Einzelfigur. Deshalb ist es für mich auch eine wichtige Aufgabe, sicherzustellen, dass sich die Menschen auch weiterhin trauen, kritische Fragen an mich zu stellen.